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Gemeinnützige Organisationen in der Rationalisierungsfalle

Der Markt diktiert zunehmend die Arbeit im Dritten Sektor.

Gemeinnützige Organisationen stehen unter starkem Rationalisierungsdruck. Wettbewerb und die Ausrichtung auf marktkonforme Dienstleistungen bestimmen zunehmend ihr Handeln. Vor allem für Vereine und gemeinnützige GmbHs (gGmbHs) fällt der Staat als verlässlicher Finanzierungspartner aus. Der zivilgesellschaftliche Kern der Organisationen ist bedroht, da sie immer mehr marktwirtschaftlichen Unternehmen ähneln. Dies sind erste Ergebnisse einer aktuellen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), zu der über 3.100 Vereine, gGmbHs, Genossenschaften und Stiftungen – Organisationen des Dritten Sektors – in Deutschland beigetragen haben.

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Können Organisationen des Dritten Sektors ihren Aufgaben in der Zivilgesellschaft angesichts des gestiegenen Effizienz- und Leistungsdrucks noch nachkommen? Wie wirken sich die Veränderungen auf die Organisationsstruktur, die Arbeitsweise und die Beschäftigungsverhältnisse aus? Das waren die Kernfragen, die die Projektgruppe Zivilengagement am WZB in der Studie „Dritte-Sektor-Organisationen heute – eigene Ansprüche und ökonomische Herausforderungen“ untersucht hat.

Die empirische Studie liefert erstmals vergleichende Daten zu den unterschiedlichen Organisationsformen im Dritten Sektor. Die öffentlichen Zuwendungen sind seit 2005 bei 39 Prozent der Vereine zurückgegangen, auch die gGmbHs müssen mit weniger staatlichen Zuschüssen auskommen. Drei von vier gGmbHs bestätigen, dass sie heute stärker im Wettbewerb stehen und Dienstleistungen ihre wichtigste Einnahmequelle sind. Für die Vereine heißt steigender Konkurrenzdruck neben dem Wettbewerb um Einnahmen auch das Werben um Ehrenamtliche und Mitglieder. Während sich auch Genossenschaften stärker dem Wettbewerb stellen müssen, gilt das für Stiftungen durch ihren festen Kapitalstock weniger. Konkurrenz setzt vor allem Organisationen im Gesundheitswesen (72 %), in der Bildung, Erziehung und Kinderbetreuung (62 %) und in den Sozialen Diensten (60 %) zu.

Der Rationalisierungsdruck hat gravierende Folgen für die Beschäftigung. Da der Anteil der weiblichen Beschäftigten bei 68 Prozent liegt, sind Frauen besonders betroffen. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind atypisch beschäftigt. Sie sind Minijobber, arbeiten in Teilzeit oder in befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Geringe finanzielle Spielräume und Fachkräftemangel führen zu Personalproblemen. Ökonomisierung und Konkurrenzdruck gehen aber zugleich mit einer professionelleren Arbeitsweise einher. Rund zwei Drittel der Vereine und Stiftungen, vier Fünftel der Genossenschaften und 90 Prozent der gGmbHs nutzen betriebswirtschaftliche Instrumente, darunter Qualitätsmanagement und Controlling.

Das Fazit lautet: Durch die Ausrichtung auf den Markt erweitert sich das Tätigkeitsspektrum und die Arbeit der Organisationen wird professioneller. Da sie immer stärker marktwirtschaftlichen Unternehmen ähneln, steht jedoch ihr zivilgesellschaftlicher Kern auf dem Spiel. „Letztlich wird damit nicht nur die eigene Existenzberechtigung der Organisationen infrage gestellt, sondern auch der Stellenwert und die Funktion des Dritten Sektors für die Gesellschaft“, heißt es in der Studie.

Die Studie ist abrufbar unter: www.wzb.eu/org2011.

03.08.2012

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